Multikupplungstechnik (Mehrfachkupplungen)
- manuell betätigt

Startseite elektronischer Katalog


 
Handbetätigte Multikupplungen ohne Bedienungserleichterung

Die Loshälfte einer Multikupplung ohne Bedienungserleichterung besteht im allgemeinen aus einer Trägerplatte, auf der die Elemente angeordnet sind sowie einer Verriegelungsplatte, welche die Verriegelungselemente miteinander verbindet. Grundplatte und Verriegelungsplatte sind mit gesonderten Handgriffen ausgestattet, um eine gleichzeitige Relativbewegung zwischen den beiden Platten zu ermöglichen. Die eingebauten Elemente übernehmen Zentrier- und Verriegelungsfunktion. Zum Kuppeln werden die Handgriffe zusammengezogen und damit die federbelasteten Riegelglieder in Kuppelposition gebracht. Durch Aufstecken der Loshälfte auf die Festhälfte und Zusammendrücken erfolgt der Kuppelvorgang. Dabei müssen Reib- und Ventilfederkräfte durch Muskelkraft überwunden werden. Nach dem Aufstecken werden die Handgriffe losgelassen und die Verriegelungselemente durch Federkraft in die verriegelte Position gebracht.

Eine Variante der Multikupplung ohne Betätigungshilfe ist die Fluidic-Multikupplung. Bei dieser Konstruktionsart sind die Trägerplatten in geschlossenen Leichtmetall-Druckguss-Gehäusen eingebaut. Am Gehäuse der Festhälfte sind seitlich Kniehebel angeordnet, die über Stifte an der Loshälfte verriegeln. Die Belegung dieser Multikupplung besteht vorwiegend aus Durchgangselementen mit kleinen Nennweiten und elektrischen Kontakten, die in Modulbauweise je nach Anforderung zusammengestellt werden. Ein großes Anwendungsgebiet für die Fluidic-Multikupplung ist die Prüftechnik.

Handbetätigte Multikupplungen mit Bedienungserleichterung

Wenn gegen gefüllte Leitungen gegebenenfalls sogar mit Restdrücken gekuppelt werden muss und wenn die Anzahl der Elemente so groß ist, dass die Addition der Ventilfederkräfte, Reibkräfte und Reaktionskräfte ein Kuppeln von Hand unmöglich macht, werden Multikupplungen mit Betätigungshilfe eingesetzt.

Die Betätigungshilfe dient der Verminderung des Kraftbedarfes bei der Fügearbeit und erfolgt mechanisch nach dem Hebelgesetz.

Besonders wichtig ist, dass diese über den gesamten Bereich des Ventilöffnens und der Abdichtreibung und damit über den gesamten Kuppelweg wirksam sein müssen. Bewährt haben sich hierfür Elemente wie Kurvenläufe, Exzenterwellen, Gewinde, Kniehebel, Zahnstangen und ähnliches.

Darüber hinaus sollte die Betätigungshilfe nicht nur beim Kuppeln, sondern auch beim Entkuppeln Unterstützung bieten, um die Abdichtreibung, welche über einen großen Teil des Entkuppelweges wirkt, besser überwinden zu können. Wie bei den Monokupplungen stellt sich auch hier nach Verrichten der Fügearbeit die Frage nach der Lagesicherung der gekuppelten Position. Eine Betätigungshilfe sollte auf keinen Fall eine Rückstellkomponente besitzen. Perfekt ist diese jedoch erst, wenn möglichst ohne zusätzliche manuelle Betätigung eine Lagefixierung erreicht wird. Bei Kniehebeln und Exzenterwellen wird dies durch Ausnutzung der Totpunktstellung ohne gesonderte Elemente erreicht. Bei anderen Verfahren müssen zusätzliche Komponenten wie Rastensicherung oder Splintsicherung eingesetzt werden. Zur Führung werden bei dieser Multikupplungsbauart häufig nicht die Medienelemente genutzt, sondern separate Führungen oder eine Kombination aus Führungs- und Verriegelungselement.

Der Ablauf des Kuppelvorganges stellt sich bei dieser Bauart wie folgt dar: Die Multikupplungs-Loshälfte, bestückt mit Medienelementen und Elementen zur Bedienungserleichterung, wird auf die Führungselemente der Multikupplungs-Festhälfte aufgesteckt, bis die Reibkräfte der Abdichtungen zu wirken beginnen. Dann wird durch Betätigung der Handgriffe, die z. B. auf eine Exzenterwelle wirken, die Fügebewegung bis zu Erreichung der Totpunktstellung durchgeführt.