Werkstoffe der Dichtungen

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Als Dichtungswerkstoffe in Schnellverschlusskupplungen werden vorzugsweise Elastomere in Form von O-Ringen verwendet. Nach DIN 53501 sind Elastomere bis zu ihrer Zersetzungstemperatur vernetzte (vulkanisierte) Polymerwerkstoffe, die bei Temperaturen unter –50° C glasartig hart sind und selbst bei hohen Temperaturen (je nach Zusammensetzung zwischen 100 bis 250° C) nicht viskos fließen, sondern sich insbesondere bei Raumtemperatur bis zur Zersetzungstemperatur gummielastisch verhalten.

Ausgangsprodukt für die Herstellung von Elastomeren ist Kautschuk (Gummi). Es gibt verschiedene Kautschuktypen, die nach ISO-Standard 1629 in 7 Gruppen unterteilt werden.

Die verwendete Kautschuktype bestimmt die Grundeigenschaften des Elastomers, der aus der Vulkanisation des Kautschuks mit anderen Mischungsbestandteilen entsteht.

Zu den Grundeigenschaften der verschiedensten Elastomere gehören geringe Gasdurchlässigkeit, Alterungsbeständigkeit, Wetterbeständigkeit, Kälteflexibilität, Stoßelastizität, Druckverformungsrest, Hitze- und Quellbeständigkeit. Darüber hinaus weisen Elastomere Beständigkeit gegenüber verschiedenen Medien wie Öle, Treibstoffe, verdünnte Säuren, Basen, Salzlösungen, verschiedenste Wasserqualitäten, viele Arten von Luft, Gasen und Lösungsmitteln auf. Nur in gewissen Grenzen lassen sich diese Eigenschaften mit bestimmten Kautschuktypen und dazu kombinierten Zusatzstoffen variieren.

Einige Elastomere eignen sich besonders für die Verwendung in Schnellverschlusskupplungen. Sie werden im folgenden Text mit dem Kurzzeichen nach ISO 1629-1976 (E) bezeichnet.

Sehr viel Verwendung findet NBR (Nitril-Butadien-Kautschuk), dessen Eigenschaften mit unterschiedlichen Acrylnitril-Bestandteilen (ACN-Gehalt) sehr stark variiert werden können.

Ebenfalls sehr häufig verwendet man Fluorkautschuke (FKM). Es steht eine Vielzahl verschiedener FKM-Typen zur Verfügung, deren Eigenschaften für bestimmte Anwendungen entwickelt wurden.

Wenn die Beständigkeiten der beiden oben genannten Dichtungswerkstoffe nicht ausreichen, wird häufig Äthylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM) eingesetzt.

Durch Verwendung von Sonderqualitäten auf Elastomerbasis werden die Anwendungsmöglichkeiten erheblich ausgeweitet. Besondere Beachtung verdienen hier Perfluorelastomere FFKM). Hierbei wird in etwa die chemische Beständigkeit von PTFE mit den gummielastischen Eigenschaften von FKM-Vulkanisiertem vereint.

Ist es notwendig, aus Gründen der chemischen Beständigkeit Polytetrafluorethylen (PTFE) als Dichtungswerkstoff einzusetzen, so muss der Kupplungshersteller die physikalischen Nachteile dieses Werkstoffes (Neigung zum Kaltfluss, hohe Rigidität) durch konstruktive Maßnahmen in den Armaturen ausgleichen.

Eine relativ neue Dichtungsart sind metallische Dichtungen. Hierbei haben sich O-Ringe und C-Ringe bisher bewährt. Die Vorteile der metallischen Abdichtungen sind:

  • fast kein Alterungsprozess
  • einsetzbar bei hohen Temperaturen, bei denen keine Elastomere mehr standhalten.

Mit diesen knappen Informationen über die wichtigsten Dichtungsmaterialien wurde dieser komplexe Bereich nur umrissen. Auf die speziellen Eigenschaften der einzelnen Dichtungsqualitäten hier einzugehen, würde den Rahmen sprengen. Die Wahl der für einen bestimmten Anwendungsfall richtigen Dichtungswerkstoffe ist für die einwandfreie und zuverlässige Funktion einer Schnellkupplung entscheidend.

Bei der Auswahl der Dichtungsqualität kann Ihnen die Werkstoff-Dichtungstabelle Info behilflich sein. Für Ihre Auswahlentscheidung können wir jedoch keine Verantwortung übernehmen. Die möglichen standardmäßig lieferbaren Dichtungsqualitäten entnehmen Sie bitte den Angaben der einzelnen Typen.

Je nach Type stehen folgende Standardausführungen zur Verfügung:

NBR Bestellindex -1-
FKM Bestellindex -2-
EPDM Bestellindex -4-
PTFE Bestellindex -9-

Der Betriebstemperaturbereich von Kupplungen, deren drucktragende Materialien aus Metall sind (Stahl, Messing, Aluminium usw.), wird durch die verwendeten nichtmetallischen Teile (z.B. Dichtungen, Schutzkappen u.ä.) bestimmt.

Damit wird meistens der Temperaturbereich, in welchem Kupplungen ordnungsgemäß funktionieren und dicht sind, durch die Auswahl der Dichtungsqualität bestimmt. In Verbindung mit der ausgewählten Kupplungstype liegen die Anwendungstemperaturbereiche unserer standardmäßig eingesetzten Dichtungen bei

Material Temperaturbereich
NBR -25°C bis +100°C
FKM -20°C bis +200°C
EPDM -35°C bis +150°C

wobei zu beachten ist, daß das jeweilige Medium den zulässigen Temperaturbereich stark einschränken bzw. in Einzelfällen erweitern kann.

Sonderdichtungen für bestimmte Beständigkeits- und Temperaturanforderungen stehen auf schriftliche Anfrage zur Verfügung.

Der Betriebstemperaturbereich von Kupplungen, deren drucktragende Materialien aus Kunststoffen hergestellt sind (PA, PP, POM, PVDF u.a.), hängt individuell von dem einzelnen Werkstoff und der Betriebsdruckforderung ab. Standardmäßig sind die Betriebsdrücke nur für eine Betriebstemperatur von 10 bis 25°C gespeichert. Für einen anderen Betrebstemperaturbereich muß der zulässige Betriebsdruck schriftlich (eMail, Fax oder Brief) angefragt werden.